Hunting across Europe: Grand Magus, Angel Witch und Enforcer in der Posthalle Würzburg

Grand Magus - Posthalle Wuerzburg - 16-2-2013-06Die „Hunting across Europe“-Tour führte die schwedischen Schwermetaller Grand Magus auch in die Posthalle nach Würzburg, wo sie am 16. Februar 2013 mit den Power Metallern Enforcer und den NWOBHM-Ikonen Angel Witch eine packende Show hinlegten. Eigentlich sollte auch noch eine lokale Band mitspielen und den Abend eröffnen, die waren jedoch scheinbar spurlos verschwunden. Eine Info an die rund 500 Kuttenträger dazu gab es auch nicht.

Also eröffnen Enforcer den Abend. Gitarrist Joseph Toll zündet erst mal eigenhändig die Kerzen an, die auf imposanten Kerzenständern am linken und rechten Bühnenrand stehen. Die Witzchen, ob das denn nun die einzige Beleuchtung während der Show sein würde, waren aber bald nicht mehr lustig – den zweiten Song spielen Enforcer zur Hälfte im Dunklen. Licht spendeten nur die damit völlig überforderten Kerzen und die Funzeln von den Merchandise-Ständen hinter dem Publikum. Sei’s drum, die Fans feierten die Schweden auch ohne Licht, was dank des guten Sounds und der starken Bühnenshow kein Wunder war. Joseph Toll und Bassist Tobias Lindqvist wechselten munter die Seiten – aber nicht wie die meisten anderen Musiker gemächlichen Schrittes, sondern im Stile eines Usain Bolts im Sprint. Auch Sänger Olof Wikstrand ließ sich nicht lumpen und wechselte ständig zwischen Vocals und Soli und demonstrierte seine Klasse als Frontmann. Ein starker Auftritt der Power-Schweden.

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Dass ein Großteil der Headbanger wegen Angel Witch angereist war, konnte man leicht an den „Angel Witch, Angel Witch“-Sprechchören hören. Die Veteranen der New Wave of British Heavy Metal legten denn auch los wie die Feuerwehr und kämpften sich vor allem durch ihr sagenhaftes Debütalbum „Angel Witch“, streuten aber auch ein paar neue Songs ein. Höhepunkt war natürlich ihr Klassiker „Angel Witch“, der mittlerweile noch besser als früher klingt, denn die Stimme von Sänger, Gitarrist und Bandgründer Kevin Heybourne ist mittlerweile etwas tiefer und voller geworden. Einen Großteil des legendären Refrains überließ die Band ohnehin dem euphorisierten Publikum, das sichtlich Spaß am klassischen Sound von Angel Witch hatte.

Danach geschah, was zuletzt immer öfter zu beobachten war: Der Headliner musste vor weniger Besuchern spielen als die Vorbands. Eigentlich unverständlich, vor allem an einem Samstagabend. Grand Magus ließen sich jedenfalls nicht anmerken, ob sie das irritierte. Frontmann JB begrüßte „Metal-Franken“ und animierte die Besucher, Grand Magus bei ihrem letzten Auftritt in Deutschland während der „Hunting Across Europe“-Tour gebührend zu verabschieden. War im Vorfeld hier und da zu hören, dass Grand Magus live mit nur einer Gitarre etwas dünn klingen würden, darf man das getrost als Gerücht betrachten. Basser Fox ändert live seine Spielweise und legt damit ein Fundament, auf dem JB solieren kann, ohne dass der Druck verloren geht (mehr dazu im Interview mit der Band, das in Kürze auf Tribe Online erscheinen wird). Grand Magus bewiesen in Würzburg, dass auch ein Trio enorm fett aufspielen kann, wobei neben Fox auch Drummer Ludwig mit seinem ebenso physischem wie technisch virtuosem Spiel einen großen Teil zur Power beiträgt. Im Vordergrund des Sets stand das aktuelle Album „The Hunt“, aber auch „Hammer of the North“ und „Iron Will“ wurden hinreichend gewürdigt. Mit „Iron Will“ und „Hammer oft he North“ als Zugaben beendeten Grand Magus dann auch ihren Deutschlandaufenthalt. Sehenswert auch die Show des Trios: Ludwig bewies sein Können eindrucksvoll mit einem Drum-Solo, wobei neben seinem T-Shirt auch die Schweden-Flagge verschwand und so zahlreiche Tattoos und das Band-Logo enthüllt wurden. JB fiel außerdem dadurch auf, dass er seine Posen meist mit einem gewagten Ausfallschritt wechselte, der die Bühne zum Wackeln brachte. Mit anderen Worten: Starker Auftritt einer tollen Band!

 

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