Manala European Tour 2013: Korpiklaani und Metsatöll

Wenn die finnisch-estnische Folk-Metal-Combo KORPIKLAANI und METSATÖLL durch die Lande reist, darf man einen feucht-fröhlichen Abend erwarten. Schauplatz der Party war der Westpark in Ingolstadt, ein noch recht neues Einkaufszentrum am Rande der Stadt. Unter einem Kino befindet sich dort die Eventhalle, eine Mehrzweckeinrichtung, in der vom Discoabend bis zum Metal-Konzert alle möglichen Veranstaltungen stattfinden. „Cool“ ist die Bude aus Metal-Sicht sicher nicht, aber dafür praktisch. Und sie bietet einen erfreulich guten Sound, auch wenn wie bei KORPIKLAANI gleich sechs Musiker um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen.

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Dass KORPIKLAANI ausgerechnet die estnische Folk Metal-Band METSATÖLL (lest hier mehr zur Band) als Support mit auf ihre „Manala“-Tour nahmen, darf als Glücksfall angesehen werden. Die Esten sind schon seit 1998 aktiv und spielen eine wilde Mischung aus allen möglichen Metal-Stilen, von Heavy über Thrash zu Death bis Prog ist fast alles vertreten. Dazu kommen Flöte, Torupill (die estnische Sackpfeife), Kannel, Maultrommel und andere Instrumente, die den Sound auflockern. Stellenweise klingen METSATÖLL wie eine gewagte Mischung aus VOIVOD und CORVUS CORAX. Das erfreulich früh und zahlreich erschienene Publikum nahm die Esten begeistert auf und feierte nicht nur die witzigen Ansagen von Sänger und Gitarrist Markus „Rabapagan“ Teeäär, der – mithilfe eines Spickzettels – sehr gut Deutsch sprach. Etwa eine Dreiviertelstunde tobten METSATÖLL durch ihre Setlist, variierten munter das Tempo und die Härte, erstaunten mal mit alt-estnischem Runengesang, mal mit derbem Geknüppel. Ein toller Auftritt also, der Ingolstadt perfekt für KORPIKLAANI vorbereitete.

Der Headliner KORPIKLAANI stürmte nach einer kurzen Umbaupause die Bühne, um mit „Tuonelan Tuvilla“ loszulegen. Von Anfang an stimmte alles: Die Band hatte sichtlich viel Spielfreude mitgebracht, die Fans gleichermaßen viel Feierlaune und wie erwähnt passte auch der Sound. KORPIKLAANI promoten mit ihrer aktuellen Tour ja immer noch das bereits im August 2012 erschienene Album „Manala“, der Auftritt in Ingolstadt war der vorerst letzte, bis KORPIKLAANI im April die Tour fortsetzen. Kein Wunder, dass vom aktuellen Longplayer unter anderem auch „Ruumiinmultaa“, „Rauta“, „Metsälle“ und „Sumussa hämärän Aamun“ gespielt wurden. Natürlich fehlten auch so beliebte Klassiker wie „Misummer Night“ oder „Kipumylly“ nicht. Vor allem am Ende ihres Sets ballerten KORPIKLAANI die Hits raus: „Wooden Pints“, „Tequila“, „Vodka“ oder „Beer Beer“ hoben die Stimmung in der Eventhalle weiter an, die Fans tobten übers Parkett, bildeten Mosh Pits und tanzen Polonaise durch den Saal. Sehr gut kam auch die gelungene MOTÖRHEAD-Coverversion von „Iron Fist“ an, so wie auch das Geburtstagsständchen für METSATÖLLs Sänger Rabapagan. KORPIKLAANI sind im April wieder in Deutschland, ebenso im Dezember – genug Gelegenheit also, sich diese fantastische Live-Band selbst (noch mal) reinzuziehen!

 

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