German Metal Attack Tour 2013: Grave Digger, Majesty, Wizard und Gun Barrel

Auf ihrer „German Metal Attack Tour 2013“ ritten Grave Digger samt Support-Bands auch in der Musichall Geiselwind (18.1.2013) eine scharfe Attacke gegen Langeweile und musikalische Entgleisungen. Dier vier deutschen Metal-Kader machten keine Gefangenen, sondern überrollten die zahlreich angereisten Headbanger – was diesen natürlich mehr als Recht war. Mein Konzert-Bericht zu Grave Digger, Majesty, Wizard und Gun Barrel enthält alle Details und viele Fotos der vier Bands.

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Den Abend eröffneten Gun Barrel aus Köln. Die selbst ernannten Metal Rock’n’Roller legten los wie die Feuerwehr, wobei sie nichts löschen mussten. Ganz im Gegenteil, die Jungs konnten den bereits anwesenden Fans von Beginn an mächtig Feuer unterm Hintern machen. Die Band verspricht bekanntlich, immer voll auf die Zwölf zu geben, was sie auch in Geiselwind einlösten. Ihren schnörkellosen, dreckigen und flotten Metal betonten die Jungs auch optisch: Als Toni Pinciroli an den Drums loslegte, hätte auch The Animal aus der Muppet Show gestaunt, so vehement drosch Toni auf seine Felle ein. Vor ihm wuselten Sänger Patrick Sühl, Bassist Tomcat Kintgen und Gitarrero Rolf Tanzius über die Bühne und hatten sichtlich Spaß an ihrer „Arbeit“. Das Publikum wusste es zu danken und verabschiedete Gun Barrel nach rund einer halben Stunde mit „Zugabe“-Rufen. Das erleben nicht viele Vorbands.

Die Halle hatte sich zwischenzeitlich weiter gefüllt, als Wizard nach einer erfreulich kurzen Umbaupause die Bühne betraten. Wizard gibt es auch schon rund 20 Jahre, doch anno 2013 klingt die Band so frisch wie eh und je. Der teils flotte, teils schleppende Heavy Metal passte gut in den German Metal Attack-Abend und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Besonders eine Gruppe von 10 bis 15 Mann vor dem Sicherheitsgraben feierte Wizard auffallend euphorisch und lautstark. Die Band war sichtlich motiviert, vor allem Basser Volker Leson war der Aktivposten und unterstützte Sänger Sven D’Anna bei den Ansagen sowie beim Animieren der Fans. Entsprechend laut forderte das Publikum auch von Wizard Zugaben.

Es folgten Majesty, die zwischendurch auch mal unter dem Namen MetalForce unterwegs waren. Nicht nur mich erinnert die Band Live immer wieder an Manowar, ohne jedoch eine bloße Kopie zu sein – Majesty haben sich genug Eigenständigkeit bewahrt. Doch insbesondere die Bewegungen von Basser Alex Palma und Sänger Tarek Maghary erinnern immer wieder an Joey DeMaio und Eric Adams, was ja nicht die schlechtesten aller Referenzen sind. Musikalisch finden sich ebenso Anleihen bei Manowar wie bei anderen Power Metal-Bands, wobei Majesty einen eigenen Sound besitzen und ihre Songs gut ins Ohr gehen, dank gelungener Melodien. Live sind die Jungs eine Macht, ständig in Bewegung, ständig in Kontakt mit den Fans und dabei immer bis zum Bodenblech auf dem Gaspedal. Majesty sorgten bestens dafür, dass sich die Menge in der Musichall für den Headliner Grave Digger warmgefeiert hatte.

Statt des erwarteten Dudelsack-Intros stimmte uns der Sensenmann diesmal mit einem Akkordeon auf den Auftritt von Grave Digger ein. Der maskierte Hans-Peter Katzenburg schritt bedächtig über die Bühne und bereite das Publikum mit dem Intro „Charon“ auf den Titeltrack des aktuellen Albums „Clash of the Gods“ vor. Was dann kam, war wirklich mehr als beeindruckend, wenn man sich vor Augen hält, dass Grave Digger seit über 30 Jahren aktiv sind und die Herrschaften allesamt keine 20 mehr sind: Von Beginn an überrollten die Totengräber mit Frontmann Chris Boltendahl die Musichall, knüppelten sich mit glasklarem Sound und viel Druck durch „Death Angel & the Grave Digger“, „Hammer of the Scots“ und „Ballad of a Hangman“ sowie viele weitere Klassiker der deutschen Metal-Größen. Auf dem höchsten präzisen Rhythmusgerüst von Bassist Jens Becker und Stefan Arnold konnte sich Gitarrist Axel Ritt gewohnt virtuos austoben. Es ist schon erstaunlich, wie blitzsauber Axel auch die anspruchsvollsten Passagen spielen konnte, und dabei keine Minute ruhig hielt, sondern bangte und tobte, was das Zeug hält. Nicht zu vergessen Chris Boltendahl, dessen Reibeisenstimme frischer denn je klang und der körperlich topfit wirkte. Dass die mittlerweile fast volle Halle die Band pausenlos feierte und lauthals mitsang, quittierte Chris mit Dauergrinsen und führte seine Band durch gut 30 Jahre Bandgeschichte, inklusive der uralten Ballade „Yesterday“, die im Sitzen gespielt wurde (weil man ja schon sooo alt sei, wie Chris augenzwinkernd bemerkte), bevor als Rausschmeißer „Heavy Metal Breakdown“ noch mal einen Höhepunkt setzen konnte. Den musste Axel Ritt teilweise ohne Gitarrengurt spielen, da er offensichtlich vom zweiten Einstieg in den Song nach der ersten Verabschiedung überrascht wurde. Die German Metal Attack war also mehr als erfolgreich – wer sie verpasst hat, sollte sie unbedingt nachholen, solange die Viererbande noch auf Tour ist!

 

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