Grave, Sonne Adam und Freund Hein

Grave

Grave live, das sind: Fette Gitarren, im perfekten Zusammenspiel mit dem Bass und immer wieder angetrieben von variablen Drums – und das in einer mehr als respektablen Lautstärke. Dass der Sound auffallend transparent blieb, dürfte nicht nur an einem fähigen Mischer gelegen haben, sondern auch am tighten Zusammenspiel der Band. Geboten wurde ein gelungener Querschnitt durch das tödliche Repertoire des Schwedenhappens, von “Into the grave” oder “Soulless” hin zu Songs vom aktuellen Album “Endless progression of souls” wie “Passion of the weak” oder “Disembodied steps”. Grave sind keine Band, die ein besonders anspruchsvolles oder abwechslungsreiches Stageacting aufweisen könnte, was aber auch nicht nötig ist. Die Männer an den Saiten dominieren die Bühne auch so durch ihr sehr physikalisches Spiel – die Energie der Songs wird hier durch akkurates Handwerk illustriert und demonstriert. Drummer Ronnie Bergerståhl war hingegen nur zu hören, aber so gut wie nicht zu sehen – wer so tief sitzt, kann eben kaum hinter seinen Toms hervor lugen…  Gut eineinhalb Stunden zelebrierten Grave mit nicht nachlassender Energie ihre Prozession der Seelen, da kann man nicht meckern. Was ein wenig zu viel des Guten war: Ola wies nach jedem zweiten oder dritten Song auf den Merchandise-Stand hin. Das kann man ja mal machen, aber so häufig wirkte es übertrieben. Wobei man ihm nicht wirklich böse sein kann, denn das Album ist es wirklich wert, gekauft zu werden.

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Sonne Adam

Gänzlich anders dann Sonne Adam aus Israel. Der Vierer zog sich in eine düstere Mischung aus Dunkelheit, Schrammelgitarren und Blastbeats zurück, die wie ein Schutzpanzer wirkte. Dazu passt, dass die Band die Kommunikation mit ihrem Publikum kategorisch ablehnte – für eine Vorband ungewöhnlich, aber es passte zur Musik. Sonne Adam spielen rabenschwarzen Death oder ultratoten Black Metal der ganzen alten Schule, in allen Belangen also ein extremer Kontrast zu Freund Hein und eine interessante Überleitung zu Grave. Sonne Adam verließen die Bühne ebenso wortlos wie sie diese betraten, und ließen wohl nicht wenige Konzertbesucher ratlos zurück, was genau sie von der Band halten sollten.

 

Freund Hein

Doch zurück auf Null, denn los ging es im Nürnberger Hirsch mit etwas völlig anderem. Den Auftakt machte die österreichische Truppe Freund Hein (Homepage), die ihren Sound als “Groove Thrash Metal” bezeichnen, was durchaus richtig sein kann, aber genauso gut auch “Industrial Death Polka” oder “Intelligente Kakophonie auf Speed” heißen könnte. Wobei diese Unsicherheiten eher am matschigen Sound gelegen haben dürften als an Freund Hein. Schade, dass sich nur ein paar der Konzertbesucher in die Halle bequemten, denn Freund Hein konnten mit ihrer unbändigen Spielfreude und dem schrägen Humor jede Menge Pluspunkte sammeln. Dass sie ihr Programm volle Kanne durchzogen, ist erfreulich professionell. Wer auch mal ungewöhnliche Bands mag, die sich und die Szene nicht todernst nehmen, sollte Freund Hein im behalten.

 

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