With Full Force 2013 – Samstag, 29.06.2013

Mit Fun-Metal der Frankfurter Würstchen von A.O.K. – was für Anal oder Kot steht – startete der zweite Tag mit Vollgas durch und schaffte es, das noch etwas müde Niveau kurzerhand abzuhängen. A.O.K. sind ja bekannt dafür, ihre Fans mit derben Showeinlagen zu beglücken, und so flogen schon zum zweiten Song Baguette-Stangen auf die Bühne. Jochen Graf und Bernd Peter hatten aber natürlich auch eigene Munition dabei, die sie während ihrer SIX FFET UNDER-Parodie benutzten: Das Brot wurde gebrochen und nicht nur unter den Armen verteilt, sondern auch im Genitalbereich und derart gewürzt ins Publikum geworfen. Etwas später ging es dem Gemüse an den Kragen, so dass anschließend Bühne und Graben geputzt werden mussten.

 

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Moderner Metal mit deutschen Texten war im sonstigen WFF-Lineup ebenso auffallend wie die Masken der vier Musiker. Doch auch ohne Blastbeats und Breakdowns hatten HÄMATOM das Publikum schnell auf ihre Seite gezogen, denn das engagierte und mitreißende Auftreten der Franken sorgte für gute Stimmung auf der mit Gummimatten ausgelegten Wiese vor der Bühne. Die HÄMATOM-Songs sind ohnehin sehr eingängig und krabbelten so auch zur recht frühen Uhrzeit (für Festival-Verhältnisse…) in die Gehörgänge.

Fast wäre der Auftritt von SODOM gar nicht erst zustande gekommen. Obwohl die Thrash-Giganten schon im 9 Uhr aus Dortmund gestartet waren, kamen sie viel zu spät in Roitzschjora an. Grund war ein Megastau – dennoch klappte es gerade so: Drummer Makka instruierte die Leute des With Full Force per Handy, wie sie ihm ein anderes Drumset aufbauen sollten (seines stand mit ihm im Stau), die Band rauschte im Bandbus direkt zum Bühnenaufgang (ohne Akkreditierung) und stürmte auf die Bühne, um nach einem ultrakurzen Soundcheck mit 20 Minuten Verspätung loszulegen. Das Besondere daran: Im Publikum merkte so gut wie niemand etwas davon, wie knapp es zuging und unter welchem Druck SODOM gestanden haben müssen. Die drei Thrasher ließen sich auch nichts anmerken, einzig an der verkürzten Setlist und dem nicht optimalen Sound konnte man erkennen, dass es nicht so rund lief wie sonst. Großes Kompliment an SODOM, wie professionell und souverän sie trotz aller Problem einen tollen, mitreißenden Gig ablieferten.

Wer in den ersten Reihen stand oder die große Videoleinwand im Blick hatte, der merkte schnell, dass bei Headliner IN FLAMES einer fehlte: Niclas Englin machte Babypause, dafür sprang Jensen von The Haunted ein. Der tollen Show hat das keinesfalls geschadet, die Musiker kennen sich ja schon länger und wirkten vor allem gut aufeinander eingespielt. Zu hören gab es eine musikalische Zeitreise von den Anfängen der Band hin zu ihren aktuellen Werken, wobei alle Stücke gleichermaßen rüber gebracht wurden und es keiner Durchhänger gab. Einzig die Monologe von Anders Friedén zwischen den Songs zogen sich manchmal etwas in die Länge, aber der feucht-fröhlichen Stimmung tat das keinen Abbruch. Mit Pyro-Effekten und Feuerwerk unterstrichen IN FLAMES auch optisch ihren Headliner-Status und beendeten nach rund 75 Minuten ein Konzert, das bis auf zwei, drei Songs mehr keine Wünschen offen ließ.

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