Dark roots of earth Tour 2013: Testament, Dew Scented, Bleed from Within

Die legendären Bay Area-Thrasher Testament sollten eigentlich schon im November 2012 Nürnberg heimsuchen, um ihr aktuelles Album „Dark roots of earth“ zu promoten. Ging aber nicht, weil Drummer Gene Hoglan mit Dethklok unterwegs war – miese Planung. Halb so wild, dann eben im neuen Jahr. Mit den kurzfristig für die eigentlich geplanten Shadows Fall eingesprungenen Dew Scented und Bleed from Within konnte der Sonntagabend dann eben am 17. März 2013 sein Testament machen. Für alle Bands dürfte die Bühne in Nürnberg die höchste dieser Tour gewesen sein. In der Rockfabrik stehen die Musiker nämlich in luftigen 2,50 Meter Höhe…

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Die Schotten Bleed from Within spielen Metalcore, eine Stilrichtung des Metal, die offenbar gerne mit Thrash-Bands auf Tour geschickt wird. Warum, ist zumindest mir nicht so ganz klar, denn egal ob es Bleed from Within bei Testament oder Purified by Blood bei Overkill waren, so wirklich vom Hocker gehauen haben sie niemanden. Bleed from Within gaben sich sichtlich Mühe, die bereits mehr als zur Hälfte gefüllte Rockfabrik zu unterhalten, aber mehr als ein paar Fans gingen nicht ab. Der Rest unterhielt sich lieber. Immerhin gab es ordentlichen Abschiedsapplaus.

Besser machten es Dew Scented. Angetrieben von Sänger Leif Jensen ballerte die deutsch-niederländische Combo den Zuschauern ein echtes Brett vor den Latz. Mal sauschnell, mal extrem groovend, der Sound von Dew Scented kam gut an. Sänger Leif sorgte mit lockeren Sprüchen auch für lockere Stimmung: „Wir sind hier als Anheizer für Testament. Wir kriegen echt Ärger, wenn wir euch nicht anheizen!“ Scheinbar hat’s geholfen, die Stimmung in der Rockfabrik stieg mit den Temperaturen. Schade, dass Leif seine Ankündigung nicht umsetzte: „Die Bühne ist zwei Meter fuffzich hoch. Wenn ich springe, wer fängt mich? – Drei Leute? Na, super. Ich nehm das als Kampfansage!“ Gesprungen ist dann nicht Leif, dafür aber der berühmte Funke, nämlich aufs Publikum über. Das verabschiedete Dew Scented nach ihrem 8. Song sichtlich zufrieden und sichtlich angeheizt. Mission accomplished!

Setliste:
Sworn to obey
Turn to ash
Soul Poison
Cities of the dead
That’s why I despise you
Storm within
Never to return
Thrown to the lions
Acts of rage

Mit „Rise up“ vom aktuellen Album „Dark roots of earth“ legten Testament los, mit perfektem Sound und voller Tatendrang. Eric Peterson spielte Wirbelwind, Alex Skolnick brillant Gitarre und Gene Hoglan demonstrierte einmal mehr, warum er zu den weltbesten Metal-Drummern zählt. Häuptling Chuck Billy mag zwar älter und runder geworden sein, aber stimmlich war er voll auf der Höhe. Weiter ging es mit „More than meets the eye“ von „The formation of damnation“, bevor mit „Burnt offerings“ einer der wenigen Klassiker aus den frühen Testament-Jahren folgte. Der Fokus lag bei der Setlist eindeutig auf „Dark roots of earth“, erst nach der halben Spielzeit folgte mit „Over the wall“, „The Haunting“ und „New Order“ ein Trio mit drei Thrash-Granaten der Bay Area-Güteklasse 1 am Stück. Testament boten dennoch das, was man als Fan erwarten darf: Power vom Fass, ohne Pause.

Bleibt festzuhalten: Metalcore-Bands passen nicht zu Thrash-Bands, das zeigt sich immer wieder. Insofern ist es gut, dass Shadows Fall durch Dew Scented ersetzt wurden. Testament sind live sowieso eine der besten Bands, mit ungeheurer Präsenz, Spielfreude und technischer Präzision. Hier kriegt der Headbanger ebenso wie der Mosher und der Gitarren-Freak sein Fett weg. Schade nur, dass die Setliste kaum die echten Klassiker enthielt. Kein „Apocalyptic City“, kein „Raging Waters“, kein „Trial by Fire“. Aber auch kein „Henchmen ride“. Na gut, ist ja kein Wunschkonzert.

 

Setliste:
Rise up
More than meets the eye
Burnt offerings
Native blood
True American Hate
Dark roots of earth
Into the pit
Practice what you preach
Riding the snake
Eyes of wrath
Over the wall
The haunting
New Order
DNR
Three days in darkness
Formation of damnation

 

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