Rodrigo y Gabriela 2012

Rodrigo y Gabriela

Ein Konzert von Rodrigo y Gabriela reduziert das Spektakel Live-Auftritt auf das absolut Wesentliche: zwei Musiker, zwei Instrumente, 17 Lieder. Fertig. Keine Gimmicks, keine Kostüme, keine Pyroeffekte, keine Ablenkung von der Musik. Gut so. Wenn Rodrigo Sánchez und Gabriela Quintero spielen, können sich die beiden Musiker und die Zuschauer ganz dem widmen, was immer im Mittelpunkt stehen sollte: der Musik. Was die beiden mexikanischen Gitarristen auf ihren Instrumenten zaubern, ist so komplex und vielschichtig, dass nur diese Reduktion dem Publikum die Chance bietet, sich voll auf die Musik einzulassen. Gleichzeitig sind die beiden so voller Energie und Spielfreude, dass sich trotz aller Virtuosität gleich das Gefühl einstellt, Teil eines mitreißenden Rock-Konzerts zu sein. Stillhalten geht nicht.

So auch in der Theaterfabrik in München, wo Rodrigo y Gabriela am 13. November 2012 auftraten. Offensichtlich verzichteten die beiden auf herkömmliche Nebelmaschinen, sondern setzten auf den Großeinsatz von Räucherkerzen – die Sichtweite betrug unter 5 Metern, olfaktorisch glich die Halle einer Hippie-Bude. Womöglich ein Teil des Plans, die Zuschauer nicht mit dem Bühnenbild zu irrtieren, wer weiß. Zum Glück sorgte Frischluftzufuhr von Außen dafür, dass im Lauf des Konzerts die Sicht zumindest wieder so frei wurde, dass man die auf eine Leinwand an der Bühnenrückseite projizierten Live-Aufnahmen der Gitarren sehen konnte. Zwei auf den Gitarrenköpfen montierte Kameras filmten die Flitzefinger der beiden, zwei weitere Kameras am Bühnenrand lieferten Bilder von den Musikern, wenn sie in ihr Spiel vertieft waren. Alles wurde live zusammen gemischt und unterstrich somit, welche Ausnahmemusiker Rodrigo und Gabriela sind.

Gespielt wurden neben unverzichtbaren Klassikern wie “Diablo Rojo”, “Hora Zero”, “Hanuman” oder “Tamacun” auch Soli der beiden sowie vier Stücke (unter anderem “11:11″) mit Alex Wilson, dem Pianisten, der die beiden auch bei ihrem “Area 52″-Projekt unterstützte. Schade nur, dass das Klavier kaum zu hören war, da die Gitarren deutlich lauter abgemischt waren. Auch Gabriela war lauter gemischt als Rodrigo, was die Wuchtigkeit der Songs betonte, aber die eine oder andere Melodie etwas untergehen ließ. Dennoch war es ein erstklassiger Auftritt der beiden, die entsprechend begeistert von ihren Fans gefeiert wurden.

 

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