Santa Rock 2012: Motörhead, Edguy, Bembers, Fear Factory, Devin Townsend, Dr. Woo’s Rock’n’Roll Circus

Motörhead

Weihnachten mit Motörhead – geht kaum besser, oder? Zum großen Finale des Santa Rock Festivals 2012 in Bamberg begrüßte Mikkey Dee als erster die Motörhead-Fans in der Halle, die schon lautstark „Lemmy, Lemmy“ skandierten. Als auch Lemmy und Phil auf der Bühne standen, legte das Trio mit „I know how to die“ los und gab danach mit „Damage Case“ und „Stay Clean“ noch mehr Gas. Klar, viel Bewegung und Stageacting darf man bei Motörhead nicht mehr erwarten. Lemmy geht das Ganze ohnehin mir stoischer Ruhe an, immerhin wagte er manchmal einen Schritt zur Seite, trieb sich aber meist in Reichweite seines Mikros herum. Phil schritt gelegentlich würdevoll seine Hälfte der Bühne ab, während Mikkey gut versteckt hinter seinem opulenten Drumkit gewohnt mächtig auf Felle und Becken eindrosch. 13 Songs spielten Motörhead, eine bunte Mischung aus neueren Stücken und Klassikern, zuletzt „Killed by Death“ und Ace of Spades“ – letzteres auffallend langsam. Vielleicht wollte die Band ihre Kräfte noch mal schonen für die obligatorische Zugabe „Overkill“, nach der endgültig Schluss war.

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Edguy

Mit „Nobody’s Hero“ vom aktuellen Album „Age of the Joker“ stürmten Eguy die Bühne und hatten von Beginn an die gesamte Arena hinter sich. Viel Bewegung, viel Kontakt zu den Fans und musikalisch hervorragend spielten sich Edguy fast schon atemlos durch „Rock of Chashel“, „Tears of a Mandrake“ und „Pandora’s Box“ oder „Lavatory Love Machine“ – der Zeitdruck angesichts der knappen Spielzeit von einer Stunde verhinderte lange Monologe von Tobias Sammet, der selbst sagte „Heute quassel ich weniger, wir haben ja keine Zeit“. Let the music do the talking, wie Aerosmith einst so weise sangen. Nach vier weiteren Songs war auch schon wieder Schluss, die Fans waren dennoch zufrieden mit einem intensiven und sehr unterhaltsamen Auftritt der Edguy-Truppe.

 

Bembers

Bevor Edguy auf die Bühne durften, sorgte der Nürnberger Metal-Komiker mit seinen Masserfaggers für Stimmung. Tatsächlich waren die meist extrem langen Schlangen (das war mies organisiert, liebe Arena-Betreiber…) an den Bierständen erstaunlich kurz, als der Bembers im tiefsten fränkisch vor sich hin kalauerte und mit seiner Band “The Masserfaggers” einige Songs spielte. Dass zwei Stripperinnen während eines Somgs ganze Arbeit verrichteten, hat der Stimmung sichtlich gut getan.

 

Fear Factory

Fear Factory gaben sich alle Mühe, an die guten alten Zeiten anzuknüpfen und spielten vor allem Klassiker wie „Replica“, „Edgecrusher“ oder „Demanufacture“, aber auch Songs vom neuen Album „The Industrialist“. Der Sound war gut, das Zusammenspiel so tight wie immer und die Spielfreude der Band zumindest anfangs groß. So wirklich zufrieden schien Sänger Burton C. Bell mit der Reaktion der Fans aber nicht zu sein, die auf seine Mitmach-Animationen eher zurückhaltend reagierten. Andererseits weißt Bells Stimme mittlerweile in den cleanen Passagen echte Schwächen auf – Grunzen und Schreien kann er wie zu „Demanufacture“-Zeiten, aber der klare Gesang klang etwas dünn und manchmal leicht an den richtigen Tönen vorbei.

 

Devin Townsend

Devin Townsend nimmt weder sich selbst noch die Metal-Szene sonderlich ernst. Der durchgeknallte Kanadier unterhielt die Fans schon während der Umbaupause mit witzig-skurrilen Videos, die auf eine Leinwand hinter dem Schlagzeug projiziert wurden. Dort waren auch während der Auftritts wirre Farbmuster zu sehen, die gut zur Musik passten. Klar, dass Devin Townsend Project ist kein straighter Metal und kein Party-Spaß, dennoch sorgte Meister Townsend durch seine humorvollen Ansagen und die vielen Grimassen für gute Laune.

 

Dr. Woo’s Rock’n’Roll Circus

Den Auftakt des Santa Rock lieferten Dr. Woo’s Rock’n’Roll Circus, die (noch) keine wirklich eigenen Stücke spielen, sondern Klassiker der Rock- und Metal-Szene covern. Wobei es keine öden Covers sind, sondern clevere und kreative Bearbeitungen der Songs, die absolut nahtlos ineinander übergehen. Im Live-Set der sechsköpfigen Band treffen sich Judas Priest und Robbie Williams, Thin Lizzy und Metallica, ACDC und Michael Jackson – und zwar so, als hätten alle zusammen nie etwas anderes gemacht, als zusammen zu rocken. Die Party-taugliche Songauswahl und die bemerkenswerte Musikalität der Band kam in Bamberg entsprechend gut an, und als Entertainer waren Dr. Woo’s Rock’n’Roll Circus an diesem Abend mit am besten. Nach Motörhead trat die Band noch ein zweites Mal auf und unterhielt die verbliebenen Fans bis Mitternacht.

 

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